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Fischsterben durch Enteisungsmittel für "Hahn"-Flieger?
Vorwürfe werden geprüft; keine Unregelmäßigkeiten bei der neuen Kläranlage „Oberes Kyrbachtal“ bei Sohrschied.
Anfang 2011 hatte ein Fischereipächter im Oberlauf des Kyrbachs im Landkreis Birkenfeld verdächtige Schaumberge auf dem Bach entdeckt und Enteisungsmittel des Flughafens als mögliche Ursache vermutet. Das eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde Ende letzten Jahres ergebnislos eingestellt. Nach Medienangaben (Nahezeitung vom 04.01.2012) soll es ein erneutes Fischsterben im Kyrbach / Hahnenbach gegeben haben. Der Bericht stellt wiederum einen möglichen Zusammenhang mit eingeleiteten Enteisungsmitteln vom Flughafen bzw. aus Kläranlagen her.
Hier wird ein Verdacht geäußert, der bislang nicht belegt wurde. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in Koblenz wird die erneuten Vorwürfe prüfen.
Die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH hat zwischenzeitlich in einer Presseerklärung vom 06.01.2012 dargelegt, dass das anfallende enteisungsmittelhaltige Abwasser umweltfreundlich separiert, in Becken und Tanks zwischengelagert und dann Kläranlagen zugeführt wird. Lediglich unbelastetes Wasser unterhalb behördlich festgelegter Grenzwerte werde direkt in die umliegenden Gewässer geleitet.
Auch die neue mit 28.000 Einwohnerwerten (EW) derzeit größte Kläranlage im Hunsrück „Oberes Kyrbachtal“ hat seit ihrer Inbetriebnahme am 15.06.2010 alle geforderten Einleitungswerte sicher eingehalten. Enteisungsmittelhaltige Abwässer werden dort über eine separate elf Kilometer lange Abwasserleitung zur Behandlung angenommen. Die von den Verbandsgemeindewerken Kirchberg betriebene Kläranlage arbeitet mit modernster Technik und wurde eigens dazu konzipiert, neben dem häuslichen Abwasser aus 20 Ortsgemeinden der VG Kirchberg (13.000 EW) auch das in den Wintermonaten anfallende enteisungsmittelhaltige Abwasser aus dem Flugbetrieb von der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH (12.000 EW) sowie das Schmutzwasser vom Zweckverband Flughafen Hahn (3.000 EW) schadlos zu reinigen. Sie nimmt mittels Mess-, Regel- und Prozessleittechnik enteisungsmittelhaltiges Abwasser nur in Mengen und Konzentrationen an, die die Kapazität der Kläranlage erlaubt.
Fällt zu viel enteisungsmittelhaltiges Abwasser an, muss der Flughafenbetreiber derzeit noch andere Kläranlagen per Lkw beliefern. Sobald die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH planungsgemäß ein weiteres Speicherbecken gebaut hat, werden künftige Fahrten mit Lastwagen zu anderen Kläranlagen nicht mehr nötig sein
Im Übrigen unterliegen alle Kläranlagen, die leitungsgebunden bzw. per LKW enteisungsmittelhaltiges Abwasser vom Flughafen Frankfurt-Hahn aufnehmen, sowohl einer Eigenüberwachung als auch einer behördlichen Überwachung. Diese beziehen sich auf die behördlich erlaubten Grenzwerte für die Einleitung.