Stadt Kirchberg
Wissenswertes
Anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde. Kirchberg, die "Stadt auf dem Berge", besitzt seit 1259 Stadtrechte und
ist damit die älteste Stadt des Hunsrücks. Entlang der heutigen
Hauptstraße befand sich in römischer Zeit die Straßenstation Dumnissus,
die von Ausonius in seiner Mosella um 368 n.Chr. erwähnt wurde. Fund
von 2 Steinsärgen aus dem 2. Jahrhundert an der Simmerner Straße, heute
im Hunsrück-Museum Simmern. Viele vor- und frühgeschichtliche
Einzelfunde. Die römische Ortsbezeichnung Dumnissus lebt heute noch im
Namen des Stadtteils Denzen fort. Zur Erinnerung an die römische
Fernstraße von Bingen über Kirchberg nach Trier wurde am Westausgang
der Stadt die Nachbildung eines römischen Leugensteines aufgestellt.
Römische Funde im Hunsrück-Museum, Simmern. Vor dem Einmarsch der
französischen Revolutionsheere im Jahre 1794 verlebte Freiherr von
Drais, der Erfinder des Laufrades, seine Kindheit in Kirchberg. Im 18.
Jahrhundert war Kirchberg Mittelpunkt eines Badischen Oberamtes. Als
letzter Badischer Oberamtmann residierte der Vater des Freiherrn von
Drais in Kirchberg. Zur Erinnerung an den Erfinder des Laufrades und
damit auch des Fahrrades wurde der Freiherr-von-Drais-Radweg
ausgewiesen. Eine Nachbildung der Draisine ist vorhanden.

Das älteste Bauwerk ist die katholische Pfarrkirche St. Michael. 1967/68 durchgeführte Grabungen weisen auf kleinere Vorgängerbauten aus dem 8., 9. und 11. Jahrhundert. Ferner wurden römerzeitliche Mauerreste freigelegt und 6 römische Münzen aus dem 2. und 3. Jahrhundert gefunden. Ein Teil einer frühchristlichen Grabplatte gilt als ältestes christliches Zeugnis unseres Raumes. Der heutige Westturm stammt aus dem 13. Jahrhundert, das Kirchenschiff aus dem 15. Jahrhundert. Nach dem Brand der gotischen Kirche 1689 wurde der heutige Haubenhelm aufgesetzt. Bei der Restaurierung 1967/69 fanden sich im Kircheninneren über 70 Steinmetzzeichen. Die Ausmalung ist weitgehend nach historischem Vorbild gestaltet. Die Kanzel, ein beachtliches Werk um 1490, ist aus Sandstein gefertigt. In der Kirche befinden sich Grabdenkmäler aus dem 15. bis 18. Jahrhundert von Mitgliedern des Ortsadels, von Beamten und führenden Bürgern der Stadt. Der Nordwesteingang ist geöffnet. Die Michaelskirche bestand als Simultankirche bis 1965. Dann errichtete die evangelische Pfarrgemeinde die Friedenskirche. Hier befinden sich auch ein Brunnen und ein Gartenhäuschen aus der badischen Zeit.

Mittelalterlicher Marktplatz mit Fachwerkbauten. Badische Gendarmeriegebäude, Hauptstraße Nr. 19, mit Statue des hl. Johann Nepomuk. Am Marktplatz Gebäude der Verbandsgemeindeverwaltung mit Verkehrsamt. Viele alte Häuser aus dem 17./18. Jahrhundert. In der Hauptstraße Nr. 71 - 75 ehemaliges Burghaus, ein Gebäudekomplex der früheren Herren von Eich mit Wappen und Wendeltreppe aus dem Jahre 1578. Jüdischer Friedhof an der Metzenhausener Straße. 67 Grabstellen sind noch durch Grabsteine gekennzeichnet.

Geschichtliche Informationen über die Stadtgeschichte findet der Besucher im Heimatmuseum in der Schülergasse in Marktplatznähe. Öffnungszeiten: Di. und Fr. jeweils von 17 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Stadtteil Kirchberg-Denzen: Kath. St. Nikolaus-Kapelle mit romanischem Chorturm. Nördlich der Kapelle der Römerbrunnen; ein Laufbrunnen, der in den Sommermonaten auch als Wassertrete benutzt werden kann.
Die größte Tochter Kirchbergs und die bedeutendste Hunsrücker
Schriftstellerin Nanny Lambrecht, wurde am 15. April 1868 in Kirchberg
geboren. Die überaus mutige und sozial engagierte Autorin verlebte ihre
Kindheit in Kirchberg. Unter ihren zahlreichen Romanen und Erzählungen
die Hunsrückromane "Armsünderin" und "Das Lächeln der Susanna" (Hajo
Knebel).
Patenschaft: Bundeswehr Kastellaun, 2. Führungsunterstützungsbataillon 282.
