Ortsgemeinde Metzenhausen
Wissenswertes
Sitz eines seit 1278 erwähnten Rittergeschlechts von Metzenhausen. Dieses Haus stellte zahlreiche Mitglieder im Trierer Domkapitel. Am bekanntesten war Kurfürst und Erzbischof Johann III. von Metzenhausen, 1531 - 1540. Zu Lebzeiten Johannes von Metzenhausen schrieb der Trierer Universitätsprofessor Justinus Gobler an seinen Freund Erasmus von Rotterdam über den Kirchenfürsten: "Er heißt Johannes und ist ein Mann mit offenen Zügen, hünenhafter Gestalt, leutselig, lebhaft, von hellem Geist, mild und maßvoll in seinen Gebaren. Man möchte ihn einen zweiten Salomon nennen, so friedliebend ist er. Seine geistige Überlegenheit ist nicht leicht durch irgendeine Schwierigkeit aus der Fassung zu bringen. Er ist unmöglich zu schildern, wie er in allen Dingen kraft seiner Klugheit dem Staatswohl zu dienen weiß..." (Otto Conrad in: Der Hunsrück II/1971 - Hunsrückverein e.V. S. 45). Sein Grabdenkmal befindet sich im Dom zu Trier und wird als eines der hervorragendsten Werke der Renaissance in Deutschland bezeichnet. Er wurde 1492 als Sohn des Heinrich II von Metzenhausen und der Margarethe Boos von Waldeck im Burghaus zu Neef geboren und erlag am 22. Juli 1540 einem Schlaganfall. Noch bis zum 17. Jahrhundert sind hohe Verwaltungsbeamte aus dem einstmals sehr begüterten und weitverzweigten Adelsgeschlecht hervorgegangen. Das unter Denkmalschutz stehende Wohnhaus, Mühlenweg Nr. 2, war angeblich das ehemalige Gesindehaus des ritterlichen Anwesens. In zwei Räumen dieses Hauses ist noch ein alter Deckenstuck vorhanden. Im Jahre 1317 wurde Metzenhausen von Graf Emich von Sponheim, Pastor zu Kirchberg, zur Pfarrvikarie erhoben. Er stattete die Kapelle mit Gütern zu Todenroth und Lampenrode aus. In der Chornordwand der Kapelle befindet sich ein zierliches spätgotisches Sakramentshäuschen. Auf dem Hochaltar thront eine Muttergottes aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Eine bäuerliche Muttergottes stammt aus dem 18. Jahrhundert.
