Ortsgemeinde Raversbeuren
Wissenswertes
Mehrere Gräber aus der Hallstattzeit. Erste Erwähnung in einer Urkunde von 1324 (Ravengisburen), wahrscheinlich eine Außensiedlung des Klosters Ravengiersburg. Der Turm der ev. Kirche ist aus dem 13. Jahrhundert, ebenfalls die dort vorhandene kleine Glocke mit Umschrift. Langhaus um 1707 erneuert. Schöne Empore mit Brüstungsfeldern und Malereien aus dem 18. Jahrhundert. Besichtigung nach Vereinbarung mit Frau Herzog, Raversbeuren, Forsthaus, Tel. 06543/2447. Nordwestlich von Raversbeuren, Gemarkung Briedel, bei Margaretenhof, wurde 1867 eine römische Villa entdeckt und 1875 vom Rheinischen Provinzialmuseum untersucht und teilweise freigelegt. Der Komplex des Gutshofes, ohne die Nebengebäude, umfasste eine Fläche von 41 x 26 m. Mehr als 30 Räume konnten freigelegt werden. Das Wasser wurde schon durch Bleirohre herangeführt. In der spätrömischen Zeit hat der Gutshof noch gestanden.
Raversbeuren ist die Heimat des Hunsrückdichters Albert Bauer (*02.10.1890, +21.08.1960). Sein Grab befindet sich auf dem Dorffriedhof. Neben zahlreichen Skizzen, Aufsätzen und Sprüchen schrieb er die Heimatromane "Das Feld unserer Ehre" (1930), "Volkert der Schöffe" (1934). Als "Der verlorene Grund" herg. v. Josef Peil und Berta Kirst, geb. Bauer, Königswinter, 1992, neu herausgegeben und "Hagen von Tronje" (1943).
Mit Elly Kramb (*25.02.1896 in Honnef/Sieg, +18.04.1964 in Kastellaun) verfasste er 1951/52 die "Raversbeurener Passion", mit der Musik von Kantor Hans Hermann Kurig. Auch Frau Elly Kramb, die mit Theaterspielen "Das Lied vom Tod" (1950), "Das Licht in der Finsternis" (1953), einem Märchenspiel (1959), Gedichten und Hochzeitsliedern bekannt wurde, ist auf dem Dorffriedhof von Raversbeuren beerdigt. Albert Bauer und Elly Kramb haben bedeutende schriftstellerische Werke über den Hunsrück und Raversbeuren geschaffen.
Sehenswert sind die großen Wackensteine (Quarzgänge) an der Straße nach
Briedeler Heck. Sie entstanden in der Steinkohlezeit durch Abtragung
der umgebenden Schiefer. Am Ortsausgang nach Briedeler Heck befindet sich ein Ziehbrunnen.
