Wissenswertes

Dorfeingang

Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einem Einigungsvertrag der Grafen von Sponheim aus dem Jahr 1299. Als Zeuge dieses Vertrages wird unter anderem ein Ritter von Womrath genannt. Im Mittelalter war Womrath noch von fünf Wüstungen umgeben, an die heute nur noch die Namen erinnern. Funde (Steinbeile) aus der Jungsteinzeit bezeugen, dass schon zu dieser Zeit Menschen hier gelebt haben. Aus der Kelten- und Römerzeit wurden Teile einer Jupiterstatue (Perücke und Blitzstahl aus Bronze), Schmuck, Tongefäße und Urnen entdeckt. Im Ort selbst sind heute noch viele Wohnhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten.

1317 erhielt Womrath eine eigene, von einem Priester betreute Kapelle. 1688 wurde von den Franzosen das Simultaneum eingeführt, das bis 1912 bestand. Von der mittelalterlichen Kirche ist nichts erhalten. Die heutige evangelische Kirche liegt zentral im Ort inmitten des umgestalteten ehemaligen Friedhofs, allseitig von Straßen begrenzt. Die Orgel von 1824 wurde im 1. Weltkrieg eingeschmolzen.

Die westlich des Ortes gelegene katholische Kapelle St. Werner wurde 1910-11 nach den Plänen von Eduard Endler erbaut. Der kleine Jugendstilbau hat drei rundbogige Fenster an den Längsseiten und eine fensterlose halbkreisförmige Apsis. Der einfache Hochaltar aus dem 18. Jahrhundert stammt aus der vormals simultanen Dorfkirche. Geschichtlicher Hintergrund: Der Märtyrerknabe Werner von Oberwesel wurde 1273 in Womrath geboren und ist 1287 bei Bacharach ermordet worden.  Es kamen Vorwürfe auf, dass er Opfer eines jüdischen Ritualmordes an Karfreitag gewesen sei. Dies führte zu Ausschreitungen gegenüber Juden am Mittelrhein sowie zu Prozessionen nach Oberwesel und Womrath.

WernerkapelleIm 17. und 18. Jahrhundert lebten Vorfahren von Johannes Bückler, genannt "Schinderhannes" als Wassermeister auf der Wallenbrück, einem damals sonst unbewohnten Weiler am Rande der Womrather Gemarkung. Der dort fließende Simmerbach bildete zu jener Zeit die Grenze zwischen Baden und der Grafschaft Sponheim und war daher stets interessant für Menschen am Rande der Gesellschaft.  

"Sieger im Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" - Kreisebene (2000)