Ortsgemeinde Dill

Zur Burg 2, 55487 Dill

Wappen von Dill

RömerturmIn Sichtweite der beiden Wanderwege „Römerstraße“ (von Trier nach Mainz) und „Sponheimer Weg“ (von Bad Kreuznach nach Traben –Trarbach) liegt der Ort Dill mit der gleichnamigen Burg.

Die wohl bedeutendste Straßenverbindung, die über den Hunsrück führte, war die Römerstraße von Bingen über Kirchberg nach Trier. Diese historische Wegeverbindung ist heute unter dem Namen "Ausoniusstraße" bekannt und ist als Wanderweg ausgewiesen. Oberhalb von Dill, nur wenige Meter vom Staatswald entfernt, wurde in den achtziger Jahren ein römischer Limes-Wachtturm (den es dort tatsächlich nie gegeben hat) als Aussichtsturm an besagter römischer Wegeverbindung errichtet. Wer den Turm über zwei Leitern besteigt, kann von hier aus nicht nur die Weiten des Hunsrücks überblicken und die Terasse der Römerstraße verfolgen, sondern hat auch einen herrlichen Blick auf den nahe gelegenen Ort Dill mit seiner markanten Burgruine.

Der Burgfels wird vom Sohrbach umflossen. Ob es sich bei der urkundlichen Erwähnung eines Landegerus de Tila im Jahre 1090 um einen Adeligen von der Burg handelt, darüber sind sich Historiker noch nicht einig.

Als gesichert gilt eine Urkunde des Klosters Springiersbach aus dem Jahr 1107, in der ein Adalbert de Dille als Zeuge genannt wird. Über Adelheid von Mörsberg kam die Burg in den Familienbesitz der Grafen von Sponheim. Sie diente zunächst wohl der Sicherung und dem Ausbau des sponheimischen Territoriums, das sich von der Mosel über den Hunsrück bis in den Naheraum erstreckte. Trotz mehrerer Teilungen der Grafschaft blieb Burg Dill stets ungeteilter Besitz aller späteren Gemeinsherren der Grafschaft Sponheim.

Burgruine  Aufgang zur Burg

Seit dem 14. Jahrhundert verlor die Anlage ihre strategische Bedeutung und wurde zum Wohnsitz umgebaut. Die Burg war als Witwensitz der Beatrix von Baden (1492-1535), der ersten Gemahlin Herzog Johanns I. von Pfalz Simmern (1492-1557) vorgesehen. Nach dem Aussterben des letzten Sponheimers Johann V. im Jahr 1437 fiel das Erbe der Grafschaft im Wesentlichen an die Herzöge von Simmern und die Markgrafen von Baden. Bauliche Überreste, Ofen- und Fußbodenkacheln sowie Holzreste lassen darauf schließen, dass der heute noch erhaltene Wohnturm aus dem Ende des 14. und beginnenden 15. Jahrhundert stammt. Die Burg wurde 1698 von den Franzosen zerstört und ist seither Ruine. Steine und Mauerwerk dienten vor allem im 19. Jahrhundert zum Aufbau von Häusern und Wirtschaftsgebäuden im Dorf. Dill selbst war bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert Sitz eines sponheimischen Amtes, der Ort hatte 1427 Stadtrechte erhalten.

Evangelische Kirche

Dort, wo ehemals die Burgkapelle stand, erhebt sich heute die 1701 erbaute evangelische Kirche. Der Barockbau ist wegen der Gemälde von Johann Georg Engisch (1668-1741) in der Emporenvertäfelung und im Chor eine kunsthistorische Kostbarkeit.

 

Der historisch gewachsene Ortskern von Dill, der sich um den Burgberg schmiegt, beeindruckt mit seinen liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern aus der dem 18. und 19. Jahrhundert. Insbesondere fallen bei einigen Fachwerkhäusern die eigentümlichen ovalen Fenster zwischen dem Obergeschoss und der Dachtraufe auf. In der Fachsprache wird diese architektonische Besonderheit als „Trempelwand“ bezeichnet.

Fachwerkhaus  alte Mühle

Wappenbeschreibung und -begründung

In gespaltenem Schilde vorn von Silber und Rot in 5 Reihen geschacht, belegt mit aufrechtem goldenem Schlüssel mit viereckigem Griff und einwärts gekehrtem Bart mit Kreuzeinschnitt, hinten in Blau schwebend ein gezinnter, goldener Burgturm mit rotem Spitzdach und goldenem Knauf, offenem Tor und zwei übereinanderliegenden offenen Fensterluken.

Das silbern-rote Schach, belegt mit goldenem Schlüssel weist auf die im Jahre 1427 erfolgte Verleihung der Stadt- und Freiheitsrechte durch Johann V. der hinteren Grafschaft Sponheim.
Der goldene Burgturm in Elau weist auf die Burg Dill und farbenmäßig auf die vordere Grafschaft Sponheim.

Statistische Daten

Einwohner 195
Gemarkung 555 ha (davon 160 ha Wald)
Gemeindeart Überwiegend Landwirtschaft
Erste urkundliche Erwähnung 1090