Ortsgemeinde Gehlweiler

Hauptstr. 36, 55490 Gehlweiler

Wappen von Gehlweiler

Gehlweiler wurde erstmals 1317 schriftlich erwähnt und gehörte zur Burg Koppenstein. Das Dorf war sponheimisch und wurde 1707 badisch. Die älteste bekannte Schreibweise des Ortsnamens lautete 1317 Gelwilre.

Backhaus

Bis 1575 gehörte der Ort zum Kirchspiel Getzbach (Seesbach) und kam dann nach Gemünden. Im 17. Jahrhundert hatte Gehlweiler eine eigene Kapelle. Sie stand gegenüber der neuen Schule und ist heute leider nicht mehr vorhanden.

Eine dörfliche Kostbarkeit ist das ehemalige Gemeindebackhaus mit seinem herrlichen Fachwerk und einem Glockenreiter aus dem 18. Jahrhundert.

Wer aus Richtung Gemünden nach Gehlweiler möchte, muss zunächst eine alte Steinbrücke überqueren. Die Brücke wurde Ende des 18. Jahrhunderts errichtet und besteht aus drei gemauerten halbkreisförmigen Bögen, von denen der mittlere etwas breiter und höher ist als die beiden seitlichen.

alte Schmiede

Bekannt wurde Gehlweiler als Drehort für die Filmreihe "Heimat" von Edgar Reitz. In der "alten Schmiede" und dem dazugehörigen Wohnhaus wurden Teile des Films gedreht. 2012 drehte der Regisseur als Abschluss den Kinofilm "Die andere Heimat" in Gehlweiler. Für die Dreharbeiten wurden originalgetreue Fachwerkfassaden mit Strohdächern errichtet, welche einen in die Zeit um 1840 versetzten.

Wappenbeschreibung und -begründung

Über einem von Gold und Blau mit drei Bogen geteilten Schildfuß in blaugoldenem Schach ein roter Pfahl, belegt mit einem schwarzen Raben.

Bei dem Schach und dem Raben handelt es sich um die Bestandteile des Wappens der Ritter von Koppenstein.
Gehlweiler gehörte zum sponheimischen Amt Koppenstein, das den Rittern von Koppenstein zeitweise verpfändet war.
Nach dem Verfall der Burg Koppenstein wohnte der Koppensteiner Amtsschultheiß in Gehlweiler.
In seinem Siegel führte er im 18.Jahrhundert Schach und Rabe.
Der Schildfuß weist auf die Brücke über den Simmerbach, einen Bruchsteinbau mit drei Bögen aus dem 18. Jahrhundert.

Statistische Daten

Einwohner 236
Gemarkung 450 ha (davon 256 ha Wald)
Gemeindeart Ländliche Gemeinde mit Erholungsfunktion
Erste urkundliche Erwähnung 1317