Ortsgemeinde Nieder Kostenz

Hauptstr. 6, 55481 Nieder Kostenz

Wappen von Nieder Kostenz

(0 67 63) 30 77 47

Zur Homepage

Karte anzeigen

DorfmitteAusgrabungen weisen auf eine frühe römische Siedlung südlich des Dorfes, zwischen dem Dorf und der Straße Kirchberg-Sohren hin. Dort wurden mehrere Reihen von Fundamenten kleinerer Häuser und eine Wasserleitung aufgedeckt. An gleicher Stelle befanden sich Keramikscherben und römische Ziegel. Erstmalig erwähnt wird Nieder Kostenz im Jahr 1310 in einer Urkunde der Grafen von Sponheim.

Die Lage des Ortes am Bach erlaubt die Nutzung von Wasserkraft für den Betrieb von Mühlen. Vor 1900 gab es 5 Mühlen in der Nähe des Dorfes. Die älteste Erwähnung dieser Mühlen stammt aus den Jahren 1430-1435. Es handelte sich nicht nur um Getreidemahlmühlen, sondern auch um eine Sägemühle, eine Ölmühle und eine Graupenmühle.

ehemaliges Backhaus

Nieder Kostenz war ein Haltepunkt der stillgelegten Hunsrückbahn Langenlonsheim-Hermeskeil. Zeugnis dieser Bahnverbindung ist die imposante Brücke südlich des Ortes. Sie entstand 1902. Bis 1960 verkehrten auf der Bahnstrecke nur Dampfloks. In den sechziger Jahren waren Schienenbusse im Einsatz, 1976 wurde der Personenverkehr ganz eingestellt.

Die kath. Kapelle ist ein einfaches anspruchsloses Bauwerk von 1752 mit Portalvorhalle, Dachreiter und Ausstattungen des 17. und 18. Jahrhunderts. Bei der Erneuerung des Fußbodens wurde eine Steinsetzung aus Quarzitgestein und Grauwacken, versetzt mit Lehm-Schiefersplitt und vereinzelten Ziegelstücken vorgefunden, die auf eine ältere Baustruktur hinweisen, festgestellt.

Wappenbeschreibung

In gespaltenem Schild vorne das blaugoldene Schach,
hinten in Silber unter einem blauen schräglinken Wellenbalken ein schwarzes Wasserrad.

Das Schach verweist auf die vordere Grafschaft Sponheim.
Die Grafen von Sponheim waren bis zu ihrem Aussterben die Landesherren von Nieder-Kostenz. Die hintere Schildhälfte mit dem Wasserrad erinnert an die bereits 1438 erwähnte sponheimische Mühle (Landeshauptarchiv Koblenz, Best.33, Nr.4912, Heft III, 3, fol. 21'), an die Sägemühle oberhalb und an die Bastenmühle unterhalb des Dorfes.
Der Wellenbalken gilt als Symbol des Kehrbaches, der durch den Ort fließt.

Statistische Daten

Einwohner 180
Gemarkung 412 ha (davon 117 ha Wald)
Gemeindeart Wohngemeinde mit ländlichen Charakter
Erste urkundliche Erwähnung 1310