Ortsgemeinde Raversbeuren

Dorfstr. 16, 56850 Raversbeuren

Wappen von Raversbeuren

Evangelische KircheDie erste Erwähnung befindet sich in einer Urkunde von 1324 (Ravengisburen). Raversbeuren ist wahrscheinlich eine Außensiedlung des Klosters Ravengiersburg.

Der Turm der ev. Kirche ist ebenfalls wie die dort vorhandene kleine Glocke mit Umschrifaus aus dem 13. Jahrhundert. Das Langhaus wurde um 1707 erneuert. Die schöne Empore mit Brüstungsfeldern und Malereien ist aus dem 18. Jahrhundert. 

Nordwestlich von Raversbeuren, Gemarkung Briedel, bei Margaretenhof, wurde 1867 eine römische Villa entdeckt und 1875 vom Rheinischen Provinzialmuseum untersucht und teilweise freigelegt. Der Komplex des Gutshofes, ohne die Nebengebäude, umfasste eine Fläche von 41 x 26 m. Mehr als 30 Räume konnten freigelegt werden. Das Wasser wurde schon durch Bleirohre herangeführt. In der spätrömischen Zeit hat der Gutshof noch gestanden.

Raversbeuren ist die Heimat des Hunsrückdichters Albert Bauer (*02.10.1890, +21.08.1960). Sein Grab befindet sich auf dem Dorffriedhof. Neben zahlreichen Skizzen, Aufsätzen und Sprüchen schrieb er die Heimatromane "Das Feld unserer Ehre" (1930) und "Volkert der Schöffe" (1934).

Mit Elly Kramb (*25.02.1896 in Honnef/Sieg, +18.04.1964 in Kastellaun) verfasste er 1951/52 die "Raversbeurener Passion", mit der Musik von Kantor Hans Hermann Kurig. Auch Frau Elly Kramb, die mit Theaterspielen "Das Lied vom Tod" (1950), Gedichten und Hochzeitsliedern bekannt wurde, ist auf dem Dorffriedhof von Raversbeuren beerdigt. Albert Bauer und Elly Kramb haben bedeutende schriftstellerische Werke über den Hunsrück und Raversbeuren geschaffen.

ZiehbrunnenSehenswert sind die großen Wackensteine (Quarzgänge) an der Straße nach Briedeler Heck. Sie entstanden in der Steinkohlezeit durch Abtragung der umgebenden Schiefer.

Am Ortsausgang nach Briedeler Heck befindet sich ein Ziehbrunnen.

Wappenbeschreibung und -begründung

In Blau, 2:1 gestellt, eine goldene Glocke, zwei goldene Ähren, ein silbernes Brunnenhaus mit Schwengelbrunnen.

Ausweislich des Glockenatlas gilt die ältere der beiden Glocken der evangelischen Pfarrkirche als die älteste Glocke Deutschlands, die den Namen des Giessers trägt. Die Ähren symbolisieren den ehemals landwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde. Der vermutlich im späten 18. Jahrhundert entstandene und noch heute im Ort erhaltene Ziehbrunnen war früher eine wichtige Stelle zur Wasserentnahme durch die Bewohner.

Statistische Daten

Einwohner 122
Gemarkung 514 ha (davon 193 ha Wald)
Gemeindeart Wohngemeinde mit landwirtschaftlichem Charakter
Erste urkundliche Erwähnung 1324