Ortsgemeinde Unzenberg

Hauptstr. 6, 55483 Unzenberg

Wappen von Unzenberg

DorfglockeDie heutige Gemeinde Unzenberg ist entstanden aus den Ortsteilen Unzenberg, Göbenhausen und Tombach.
1310 wird der Ort erstmal als "Untinberg" im sponheimischen Gefälleregister erwähnt. Grund- und Gerichtsherren waren die Pröpste von Ravengiersburg. Berreits 1599 waren die Höfe Unzenberg, Tombach und Göbenhausen zusammengewachsen.
In der französischen Zeit war das Dorf Sitz einer Mairie.

Auf frühes menschliches Leben verweisen die beiden vorgeschichtlichen Gräberfelder im nahe gelegenen Staatsforst "Buschied". In dem Flur "Auf dem Bitzen" fanden sich Überreste aus der Römerzeit.

Seit Eröffnung der Bahnstrecke Simmern-Kirchberg im Jahr 1901 hatte Unzenberg eine kleine Station. Das Bahnhofsgebäude bot nicht nur den Reisenden viel Platz, sondern war auch mit einer Rampe für die Güterabfertigung ausgestattet. Im Mai 1976 fand die letzte Linienfahrt auf dieser einst bedeutenden Route statt.

Im 19. und 20. Jahrhundert gab es in Unzenberg eine Wollspinnerei. Das 1833/34 erbaute Fachwerkhaus wurde jedoch 1974 abgerissen.

Noch heute ist das Wahrzeichen des Ortes der Glockenturm, dessen neue Glocke durch Spenden der Einwohner aufgebracht wurde. Im 2.Weltkrieg musste sie abgegeben werden, weil man sie eingeschmolzen und zur Herstellung von Stahl für die Rüstungsindustrie verwendet hat.

Wappenbeschreibung und -begründung

Schild von eingebogener, erniedrigter schwarzer Spitze, darin silberne Glocke, gespalten;
rechts in Gold eine schwarze verschlungene Augenbinde, links in Grün über einer schräglinken silbernen
Wellenleiste ein silbernes Mühlrad.

Die Dreiteilung versinnbildlicht die Siedlungen Unzenberg, Göbenhausen und Tombach, die zur heutigen Gemeinde zusammenwuchsen. An die mittelalterliche Hochgerichtsbarkeit erinnert die verschlungene Augenbinde, die die von Unzenberg auf dem Gericht zu Itzelbach für den Ungerechten zu bringen hatten.
Die Glocke nimmt Bezug auf die alte Dorfglocke, der Bach auf den durch den Ort fließenden Kauerbach und das Mühlrad auf die ehemals 6 Mahlmühlen im Ortsbereich.

Statistische Daten

Einwohner 413
Gemarkung 550 ha (davon 120 ha Wald)
Gemeindeart Wohngemeinde mit Fremdenverkehr und landwirtschaftl. Betrieben
Erste urkundliche Erwähnung 1310