Verbandsgemeinde Kirchberg

Marktplatz 5, 55481 Kirchberg

Wappen von Kirchberg

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Rathaus KirchbergDie Verbandsgemeinde Kirchberg in ihrer heutigen Zusammensetzung ist das Ergebnis der Verwaltungsreform aus dem Jahre 1970. Es handelt sich um den Zusammenschluss von 40 Ortsgemeinden aus Gebietsteilen der früheren Ämter Büchenbeuren, Gemünden und Kirchberg, der Zuordnung von zwei Ortsgemeinden aus dem Amt Rhaunen sowie einer Eingliederung der vormals verbandsfreien Stadt Kirchberg. Mitten im Hunsrück gelegen reichen die Flächen von den Höhen des Soonwaldes bis fast zur Mosel und bilden damit eine der größten Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz. In Kirchberg, der ältesten Stadt des Hunsrücks (die Verleihung der Stadtrechte fällt in das Jahr 1259), befindet sich der Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung.

RömerstraßeNach Bodenfunden haben sich zuerst die Kelten (Treverer) um 400 bis 100 v. Chr. hier niedergelassen. Das häufige Vorkommen von Hügelgräbern, insbesondere in den Staatswaldungen Brauschied, Buschied und bei Ober Kostenz, bestätigt ebenfalls eine frühe Besiedlung vor der Römerzeit. Die spätere Römerstraße, Ausoniusstraße, von Bingen nach Trier führte mitten durch das Gebiet der Verbandsgemeinde. Durch den Sieg des Frankenkönigs Chlodwig fand die Römerherrschaft in Gallien 468 ihr Ende. Die nun hier sesshaft werdenden Franken betrieben eine intensive Bodenbewirtschaftung und bestritten ihren Lebensunterhalt durch Viehzucht, Ackerbau und Jagd. Die von ihnen eingeführte Dreifelderwirtschaft hat sich bis zum 19. Jahrhundert erhalten. In der Frankenzeit gehörte der Hunsrück größtenteils zum Nahegau. Nachdem die Gauverfassung vom 11. bis 15. Jahrhundert durch die Erbhoheit der Gaugrafen zum Erliegen gekommen war, bildete das Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde Kirchberg seit dem 12. Jahrhundert einen Teil der Grafschaft Sponheim. Die Sponheimer Grafen waren es auch, die 1259 Kirchberg die Stadtrechte verliehen. In der Badischen Zeit im 18. Jahrhundert war Kirchberg Sitz eines Oberamtes mit einem Unteramt in Dill und den Pflegen Belg, Denzen, Koppenstein, Sohren und Kostenz. Zum Badischen Oberamt gehörten 31 Gemeinden der heutigen Verbandsgemeinde. In dieser Zeit blühte insbesondere das Marktwesen auf, was durch ein eigenes Kirchberger Fruchtmaß belegt ist. In der dann folgenden französischen Zeit entstand der Kanton Kirchberg mit den Mairien Dill, Gemünden, Kirchberg, Nieder Kostenz und Sohren. Unter preußischer Verwaltung (ab 1815) wurden die Ämter Kirchberg, Gemünden und Sohren (später Büchenbeuren) gebildet, die bis zur Verwaltungsreform 1970 bestanden. Von einer reichen geschichtlichen Vergangenheit im Bereich der heutigen Verbandsgemeinde zeugen das Schloss Gemünden, die Burgen Koppenstein und Dill, die spätgotischen Kirchen in Kirchberg und Metzenhausen, die Dorfkirchen in Dill, Hahn und Raversbeuren sowie mittelalterliche Häuser in Kirchberg und Gemünden. 

WachholderheideDie Wirtschaftsstruktur der Hunsrückhöhen war in früheren Zeiten von der Land- und Forstwirtschaft geprägt. Eine Umstrukturierung in der wirtschaftlichen Entwicklung setzte um die Jahrhundertwende mit industrieller Fertigung ein. Betriebe der Holzverarbeitung hatten eine frühe Bedeutung. Aber auch die Schiefer-, Quarzit- und Eisensteingewinnung trugen wesentlich zur Verbesserung der Einkommensverhältnisse bei. Die Erwerbsmöglichkeiten waren jedoch nicht ausreichend und es kam zu Auswanderungen größeren Stils. Erst der Bau der Bahn brachte einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung. Die Bahnstrecke Simmern-Kirchberg wurde am 14.07.1901 und die Strecke Kirchberg-Morbach am 15.12.1902 eröffnet. Eine Stichstrecke von Simmern nach Gemünden konnte am 01.07.1922 dem Verkehr übergeben werden, wurde von der Bundesbahn im Rahmen der Rationalisierungsmaßnahmen am 29.09.1963 aber schon wieder eingestellt. Erste Erfolge einer Industrialisierung waren die Möbelindustrie in Sohren und die Holzverarbeitung in Kirchberg. Anfang der 70er Jahre konnten in Kirchberg Werke für Glasveredelung, Kunststoffverarbeitung und Aluminiumeloxierung im städtischen Industriegebiet an der B 421 neu angesiedelt werden. Wichtigster Arbeitgeber in der strukturschwachen Region war jedoch seit Anfang der 50er Jahre der NATO-Flugplatz Hahn. Er wurde 1993 von den Amerikanern aufgegeben, wobei rd. 13.000 Soldaten und ihre Angehörigen den Hunsrück verließen. Für die Verbandsgemeinde Kirchberg brachte dies ganz entscheidende Veränderungen. Der freigewordene Wohnraum führte zu verstärkten Zuzügen, insbesondere von Aussiedlern aus den Staaten Osteuropas und der früheren Sowjetunion, mit der Folge, dass die Einwohnerzahl von rd. 16.000 auf knapp 21.000 anstieg. Die Kommunen standen plötzlich vor der Verpflichtung, ihre Infrastruktur den Erfordernissen anzupassen, in erster Linie aber den Schulraum und die Kindergartenplätze zu schaffen. Zur vollständigen Integration der Neubürger fehlen immer noch die notwendigen Arbeitsplätze in Wohnortnähe.

FlughafenBerechtigte Hoffnungen dürfen aber derzeit in den Flughafen Hahn gesetzt werden, der als größtes Konversionsprojekt des Landes Rheinland-Pfalz die wirtschaftliche Entwicklung des gesamten mittleren Hunsrücks voranbringen soll. Deutliche Steigerungen im Passagier- und Frachtaufkommen zeigen bereits ihre positiven Auswirkungen am Arbeitsmarkt und hinsichtlich der baulichen Erneuerungen und Erweiterungen. Neben dem Flugbetrieb bietet die ca. 560 ha große Liegenschaft aber auch Angebote in den Bereichen Industrie- und Gewerbeansiedlungen, Aus- und Weiterbildung (Campus Hahn), Dienstleistung und Hotellerie sowie Sport und Freizeit (Golfplatz, Kartbahn) und beherbergt seit 1996 die Landespolizeischule.

Für Betriebsgründungen und Firmenexpansionen gibt es innerhalb der Verbandsgemeinde neben dem Flugplatzgelände eine Vielzahl von Standortalternativen. Im Industriegebiet Kirchberg sind noch rd. 15 ha verfügbar, zusätzlich liegen erschlossene Gewerbeflächen in Büchenbeuren, Dickenschied, Hirschfeld, Kappel, Kirchberg, Laufersweiler, Reckershausen und Sohren. Die Stadt Kirchberg und die Flugplatzanrainergemeinden sind Schwerpunktorte im Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ mit Zuschussmöglichkeiten bis zu 18%, weitere Ortsgemeinden im Umkreis konnten bisher im Fördergebiet gehalten werden, so dass Investoren derzeit noch sehr günstige Voraussetzungen antreffen. Als gemeinsames Ziel bleibt allerdings, einen wesentlichen Standortfaktor, nämlich die Verkehrsanbindungen, zu verbessern mit besonderem Augenmerk auf einen vierspurigen Ausbau der B 50. Inwieweit sich die verbliebene Hunsrückbahn, die momentan nur noch Gütertransporte in ganz geringem Umfang abwickelt, erhalten oder sogar aufwerten lässt, ist mehr als fraglich.

Schloß GemündenInmitten der reizvollen Hunsrücklandschaft gewinnt der Fremdenverkehr für die Verbandsgemeinde Kirchberg zunehmend an Beachtung, wobei der Erholungsort Gemünden, auch „Perle des Hunsrücks“ genannt, den Schwerpunkt bildet. Anerkannte Fremdenverkehrsgemeinden sind Büchenbeuren, die Stadt Kirchberg, Laufersweiler und Sohren. Wälder, Felder und Wiesen laden ein zu gemütlichen Wanderungen, wobei dem interessierten Spaziergänger der geologische Lehrpfad und der Waldlehrpfad in Gemünden sowie der Fischereilehrpfad in Dillendorf auch Wissenswertes vermitteln können. Absolute Attraktion des Wanderwegenetzes - die aktuelle Wanderkarte ist beim Verkehrsbüro der Verbandsgemeindeverwaltung Kirchberg erhältlich - ist zweifelsohne die „Ausoniusstraße,“ eine frühere römische Militärverbindung von Bingen nach Trier, die nach dem römischen Prinzenerzieher und Dichter Magnus Decimus Ausonius benannt ist. Er hat diese Straße 368 bereist und in seiner Dichtung "Mosella" 371 gewürdigt. In einigen Teilabschnitten befindet sich sie noch in einem erstaunlichen Erhaltungszustand. In der Nähe von Dill sieht man die Nachbildung eines Wachturmes. In der Vorplanung befindet sich ein Stauseeprojekt am Simmerbach oberhalb von Gemünden, was sowohl für den Fremdenverkehr als auch für den Hochwasserschutz von Bedeutung wäre.

Dorferneuerungsmaßnahmen und Städtebauförderung haben dazu beigetragen, in den Orten die Wohnqualität zu verbessern und die Lebensgemeinschaften zu fördern. Kirchberg ist dabei, seine Altstadt zu sanieren, um Verkehrsberuhigung zu schaffen und Anreize zu bieten, die Wohn- und Geschäftshäuser zu renovieren. Im neuen Gewerbepark Tenhaeff am Schnittpunkt der Bundesstraßen 50 und 421 entstehen lukrative Flächen für Handel und Dienstleistung zur Versorgung der Bevölkerung von Kirchberg und Umgebung. Gemeinsam mit dem benachbarten Schul- und Sportzentrum sowie der gut frequentierten Stadthalle sieht man darin einen wichtigen Beitrag, die kulturellen und wirtschaftlichen Interessen im ländlichen Raum zu bewahren.

Wappenbeschreibung und -begründung

Unter schwarzem Schildhaupt, darin eine goldene, mit blauen und roten Steinen belegte Krone, Schild gespalten, vorne silber-rotes Schach, hinten gold-blaues Schach; belegt in der Mitte mit schwarzem Würfel, darin eine silberne Gewandschließe (Schnalle). Das Schildbord ist von Gold und Blau geviert.

Das Wappen ist nach den ehemaligen Amtswappen Kirchberg, Gemünden und Büchenbeuren gestaltet.
Die Krone im Schildhaupt wurde dem Amtswappen Büchenbeuren entliehen. Vordere und hintere Schildhälfte nehmen zur ehemaligen vorderen und hinteren Grafschaft Sponheim Bezug und zeigen die Symbole des ehemaligen Amtswappens Kirchberg.
Das Amtswappen Gemünden zeigte ehemals die Burg Gemünden, die im Besitz der Herren von Schmidtburg war.
Die blau-goldene Bordüre wurde gewählt, da alle ehemaligen drei Amtswappen die Symbole der vorderen Grafschaft Sponheim zeigten.

Statistische Daten

Lage Im Hunsrück, zentral zwischen Rhein, Mosel, Nahe
Höhe 280 - 500 m
Fläche (Stand: 31.12.2015) 22.788 ha (davon 8.773 ha Wald)
Geografischer Mittelpunkt des Landes Rheinland-Pfalz Ortsgemeinde 55483 Bärenbach
Einwohner (Stand: 31.12.2015) 19.796
Bevölkerungsdichte (Stand: 31.12.2015) 86,9 Einwohner/km²
Ortsgemeinden 40
Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung Stadt Kirchberg
Anerkannte Erholungsorte Gemünden
Anerkannte Fremdenverkehrsgemeinden Büchenbeuren, Stadt Kirchberg, Laufersweiler, Sohren
Gewerbliche Schwerpunkte Stadt Kirchberg, Flughafen Hahn
Zentrale Orte Kirchberg, Sohren-Büchenbeuren
Flugplatz Hahn Größte Konversionsliegenschaft des Landes Rheinland-Pfalz